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Anna Ritter *1865 †1921 1 - / Liebe Verse2 - / Liebes Lyrik3 - / Liebes Texte4 - / Liebes Vers5 - / Liebes Reim


Und um die Holzbank duftete der Flieder

Weißt du den Abend noch? Die Ulme hing
Die dichten Zweige schützend um uns nieder,
Der Bach schoß glucksend unterm Zaun vorbei
Und um die Holzbank duftete der Flieder.

So süß, so süß! Die laue Nachtluft floß
In weichen Wogen schmeichelnd um die Glieder.
Die Grille zirpte leis im hohen Gras,
Und um die Holzbank duftete der Flieder.

Vom Himmel sank ein Stern in jähem Zug,
Lichtscheue Falter huschten hin und wieder,
Dein Arm umfaßte mich, wir waren jung...
Und um die Holzbank duftete der Flieder.



Wortloses Glück

Sie zogen singend in den Wald hinein,
Einlanger Zug von frohen, jungen Menschen.
Wir aber schritten schweigend hinterdrein
Und fürchteten der eig'nen Stimme Klang,
Als möchte sie der Stunde Andacht stören,
Als ob für Alles, was nach Ausdruck rang
In unsrer Brust, das Wort sich doch nicht fände.
So schwiegen wir und schauten uns nur an
Mit tiefem Blick und drückten uns die Hände.



Mittag

Mauerreste, wilder Wein -
Letzte Rosen auf den Beeten -
Malven, Astern und Reseden -
Und darüber hingegossen
Voller, gold'ner Sonnenschein.

Tiefe Ruhe ringsumher!
Lastend liegt des Mittags Schweigen
Ueber all' den grünen Zweigen,
Träumend blickt der Himmel nieder
Und die Erde athmet schwer.

Und wir beide, du und ich,
All der Farbenschönheit trunken,
Sind uns in den Arm gesunken,
Leise, wie aus weiter Ferne,
Hör' ich noch dein "Küsse mich..."



Ich glaub', lieber Schatz...

Unter den blühenden Linden -
Weißt du's noch?
Wir konnten das Ende nicht finden,
Erst küßtest du mich,
Und dann küßte ich dich -
Ich glaub', lieber Schatz, es war Sünde,
Aber süß, aber süß war es doch!

Der Vater rief durch den Garten -
Weißt du's noch?
Wir schwiegen... der Vater kann warten!
Erst küßtest du mich,
Und dann küßte ich dich:
Ich glaub', lieber Schatz, es war Sünde,
Aber süß, aber süß war es doch.
Wenn die Sterne scheinen

Sieh, nun ist es dunkel 'worden,
Alles schläft in weiter Welt,
Nur die Sterne wallen leise
Ihren Weg am Himmelszelt.

Und der leuchtendste von allen,
Jener dort im weißen Kleid,
Schaut mit seinen heil'gen Augen
Still in uns're Einsamkeit.

Sanfter nun die Herzen schlagen,
Auf der Lippe schläft das Wort,
Und die Seelen wandern heimlich,
Hand in Hand zum Himmel fort.



Der neidische Mond

Nun küsse mich, ich halte still,
Du lieber, lieber Mann,
Und zieht der Mond ein schief Gesicht -
Was geht's den Mond wohl an!

Ich glaube gar, den alten Herrn
Plagt nur der blasse Neid:
Der ginge lieber auch zu Zwei'n
Durch seine Ewigkeit.



Abendwanderung

Golden breiten sich die Felder,
Wogen sacht im Erntedrang,
Und vom Dörfchen übern Berge
Kommt der Vesperglocken-Klang.

Unter deinem Schritte neigen
Sich die Halme in den Grund,
Sehnsucht träumt in deinen Augen,
Und es zuckt um deinen Mund.

Angstvoll fass' ich deine Hände,
Doch dein abgewandter Blick
Kehrt aus seiner lichten Ferne
Zögernd nur zu mir zurück.



Sommerzeit

Im Walde war's! Das rothe Sonnengold
Troff glitzernd von den Kieferstämmen nieder,
Ein Eichhorn sprang in keckem Wagemuth,
Aus klugen Aeuglein blinzelnd, hin und wieder.

Vom Boden stieg ein herbes Duften auf,
Ein Falter flatterte vorbei wie trunken,
In regungsloser, tiefer Schweigsamkeit
Umstand der Tannengrund uns, traumversunken.

Und alles Fühlen, aller Lebensdrang
Auf uns gehäuft, vereinsamt in uns Beiden,
Und wir mit all' der Sehnsucht in der Brust,
So ganz allein in den durchsonnten Weiten.

Konnt's anders sein, als daß mein Haupt sich bog'
Um deinem Kuß die Lippen hin zu geben,
Daß ich ihn zitternd dir vom Munde trank,
Den Zaubertrank von Liebe, Lenz und Leben.


















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