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Bertha Brandt *1847 †1899 1 - / Liebe Gedichte2 - / Vers Liebe


Was ist Liebe?

Die Liebe, Tropfen der Natur
Aus blauen Himmelshöhen,
Wer kann verfolgen ihre Spur,
Wer sie zu halten wähnen.

Der Tropfen giebt's da oben viel,
Und Jedem tropft's in's Herz,
Ein Tropf' auf falsche Stelle fiel,
Verursacht Leid und Schmerz.

Ein jeder Tropfen schmeckt stets süß,
Und kann beseel'gen uns,
Verklärt die Welt zum Paradies,
Kann auch vergiften uns. -

Nicht kommt es auf den Tropfen an,
Denn die sind alle klar,
Nur auf die Stell', wohin er kam,
Ob die nicht unrein war.

Bewahr' den Liebestropfen rein,
Er heilt die tiefsten Wunden,
Er mildert Sorge, Not und Pein,
Verklärt die letzten Stunden.



Das Lied der Jugend

Ich denke Dein auch in der Ferne,
Ich denke Dein, wo ich auch bin,
Bei Dir wär' ich doch gar so gerne,
Du kommst mir niemals aus dem Sinn.

Denkst Du auch mein? ich möcht' es wissen,
Wie ich Dich lieb', liebst Du auch mich?
Wirst Du wohl jemals mich vermissen?
Mich quälen Zweifel so um Dich.

Ich hab' in Deinem Aug' gelesen,
Mir sagt bald ja, bald nein Dein Blick,
Ich kann vor Sehnsucht nie genesen,
Weil ich nicht glaube an mein Glück.

O schreibe mir, gieb mir zu lesen,
Wie oft Du hast an mich gedacht,
Schreib' mir, ob Du auch treu gewesen,
Von mir geträumt hast in der Nacht.

Mir fehlt der Schlaf, mir fehlt der Friede,
Denn ein Gedanke mich verzehrt,
Sollt' ich verlieren Deine Liebe,
Mein Leben wäre dann zerstört.



Verliebt und betrübt

O hab' mich lieb! so flehe ich am Morgen,
Wenn ich aus bangen Träumen bin erwacht,
O hab' mich lieb! so ruf' ich voller Sorgen
Am Abend, wenn mein Tagewerk vollbracht.

Gieb mir Gewißheit, laß' mich nicht verzagen,
Mein Herz ist mir so schwer, so kummervoll,
Nicht länger kann ich diese Zweifel tragen,
Gieb mir Gewißheit, wenn ich leben soll.

Hoffe und behalt mich lieb,
Ist der Himmel auch noch trüb',
Durch die Wolken dringt das Licht,
Hoffe und verzage nicht.



Funke und Flamme

Die Liebe ist ein Funke
Er zündet schnell und glüht,
Die Glut ruht in der Asche
Wo sie kein Auge sieht.

Der Funke wird erlöschen,
Wenn lodernd er geflammt
Und von dem sanften Glühen
Bleibt nur der Aschensand.
Die Rose gleicht der Liebe

Die Rose gleicht der Liebe,
Sie redet nicht, sie glüht,
Sproßt sie aus edlem Triebe,
Sie ganz und voll sich giebt.

Wie sich die Ros' entfaltet
Zur allerschönsten Pracht,
So Liebe sich gestaltet
Zur höchsten Glut gefacht.

Entblättert sich die Rose
In sturmbewegter Nacht,
Wird Blatt um Blatt schon lose,
Wenn Frost sie beben macht.

Dann gleichet sie der Liebe,
Die in Gefahr und Not
Erkaltet ist und trübe
Im letzten Abendrot.

Und wie die Blätter fallen
Still von der Rose ab,
So ohne Glockenhallen
Sinkt Liebe in das Grab.

Und von der Blätterlosen
Bleibt nur das leere Herz.
Die Lieb', ein Bild der Rosen,
Läßt d'rin zurück den Schmerz.



Serenade I

Gute Nacht! gedenke mein,
Laß mich vor Deinem Fenster stehen,
Laß mich so lang' Dir nahe sein,
Bis ich noch einmal Dich gesehen,
Dann gehe ich ganz still und sacht',
Und sage leise: "Gute Nacht."

Gute Nacht! gedenke mein,
Laß mich nur noch ein Wörtchen hören,
Dann werde ich ganz ruhig sein,
Und Dich nicht mehr im Schlummer stören.
Wenn Du noch einmal mir gelacht
Und mir erwidert: "Gute Nacht!"

Gute Nacht! gedenke mein,
Laß mich vor Deinem Fenster singen,
Ich sing' Dich in den Schlummer ein,
Bis Du im Traum mein Lied hörst klingen,
Bis Du besiegt von Traumes Macht,
Dann mit mir singest: "Gute Nacht!"

Gute Nacht! gedenke mein,
Laß' mich belauschen Dich in Träumen,
Laß' mich im Schlaf Dein Traumbild sein.
Ich will vor Deinem Fenster säumen,
Bis Du im Traume mein gedacht
Und träumend flüsterst: "Gute Nacht!"

Gute Nacht! gedenke mein,
Laß nicht vergebens mich hier flehen,
O höre mich, ich harre Dein,
Ich kann und will nicht von Dir gehen.
Eh' Du Dein Fenster aufgemacht
Und mir gewünscht hast: "Gute Nacht!"

Gute Nacht! gedenke mein,
Du giebst ein Zeichen mir zum Gehen,
Dann muß es wohl geschieden sein,
Ich gehe, doch auf Wiedersehen!
Ich stell' mich ein, wenn Du erwacht,
Und bleibe bei Dir bis zur Nacht.

Gute Nacht! gedenke mein,
Noch einen Gruß! auf Wiederseh'n,
Dann soll Dein Schlummer ruhig sein,
Ganz still und leise will ich geh'n,
So einsam durch die dunkle Nacht.
Nun schlafe wohl, nun gute Nacht. -



Laß mich denken

Laß mich denken, laß mich träumen,
Darin ruht mein stilles Glück.
Wenn die Wellen rauschen, schäumen,
Kannst Du halten sie zurück?
Nein! es wird Dir nicht gelingen,
Und so ist's mit den Gedanken,
Sie sind auch nicht zu bezwingen,
Sie zerbrechen alle Schranken.

Wie das Meer im wilden Brausen
Sich hoch aufbäumt und zerstört,
Fühl' ich, wie in wildem Grausen
Meine Seele sich empört;
Weil Du willst mein Denken wehren,
Weil Du willst, ich soll nicht dichten,
Wird die Seele im Empören
Viel im Herzen mir vernichten.


















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