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Margaretha Mirbach *1852 †1898 1 - / Liebesvers


Mein Liebster

Es lebt ein Mann in uns'rer Stadt,
Dem sich mein Herz ergeben,
Obgleich der Schelm getäuscht mich hat
Schon oft in meinem Leben.

Ich spähe täglich nach ihm aus,
Hinauf, hinab die Gassen,
Und kommt er nicht in unser Haus,
Wie fühl' ich mich verlassen!

Geschieht es, daß er stille steht,
So pocht's mir laut im Herzen;
Doch wenn er stumm vorüber geht,
Dann fühl' ich bitt're Schmerzen.

Von fern schon kenn' ich seinen Schritt,
Und zieht er nur die Schelle,
Ertönt im Flur sein fester Tritt,
So bin ich flugs zur Stelle,

Um ihm zu bieten meine Hand,
Er kann mit Glück sie füllen;
Doch bleibt sein Blick mir abgewandt,
Dann seufz' ich tief im Stillen.

Im bunten Rock geht er einher
Mit still geschäft'gen Mienen,
Die Tasche oft vom Golde schwer,
Bereit, der Welt zu dienen.

Wohl schafft er böse Stund' mir oft
Und plötzliches Betrüben,
Dagegen Freud' auch unverhofft;
Drum muß ich stets ihn lieben.

Und fragst du mich: "Wie heißt der Mann,
Der dir so wohl gefallen?"
"Der Bote Stephans", sag' ich dann,
"Der liebste Mann von allen!"



Echte Liebe

Das war die rechte Liebe nicht,
Die jäh im Kampf verging!
Was immer Sturmes Wüthen bricht,
Ist kraftlos und gering.

Das war die reine Liebe nicht,
Die andern nicht gelebt,
Doch einer stolzen Glorie Licht
Um's eigne Haupt gewebt.

Das war die hohe Liebe nicht,
Die nicht durch Leid verklärt,
Und nie in edlem Selbstverzicht
Das fremde Glück gemehrt.

Das ist die treue Liebe nicht,
Die welken, sterben mag,
Die schnell den Scheidegruß dir spricht
Nach kurzem Rosentag.

Das ist die wahre Liebe nicht,
Die menschlicher Natur. -
Der echten Liebe Angesicht
Trägt eine Himmelsspur.
Preis der Liebe

Wo sich ein treues Herz erschließet
Und dir sich ganz zu eigen schenkt,
Aus einem Blick die Seel' dich grüßet
Mit Allem, was sie fühlt und denkt,
Da blüht dir auf den dunkeln Wegen
Der Lebenswildniß öd' und hart
Ein duftend Röslein noch entgegen,
Ein Blümlein überird'scher Art.

Da neige dich und spende wieder,
Was jener Blick so heiß begehrt,
Und stimme ein in's Lied der Lieder,
Das von der Liebe ward gelehrt.
Siehst du den Epheu, der sich ranket
Am Stamm der Eiche hoch empor
Und nimmer nun im Sturme schwanket,
Weil sich're Stütze er erkor?

So laß dein Herz sich liebend schlingen
Um jenes and're, treu und fest,
Denn seine Kraft wird dich durchdringen,
Wenn dich die eigene verläßt.
Und so verwachsen, so verbunden,
Erhält dein Dasein höhern Werth:
Du hast den Talisman gefunden,
Der Erdenharm in Lust verkehrt!



Der Liebe Sendung

Die Liebe ward in's Erdenthal
Aus Himmelshöh'n gesandt,
Verklärend fiel ihr lichter Strahl
In's dunkle Trauerland.

Sie pochte an der Menschheit Thor,
Bald ward' ihr aufgethan.
Umhüllt mit rosenfarb'gem Flor,
Schritt rüstig sie voran.

Und in die Kinderstube trat
Mit leisem Fuß sie ein;
Sie streute ihre gold'ne Saat
In all die Herzen klein.

Da wuchsen holde Blumen auf
Für's treue Elternpaar,
Die blühten durch der Zeiten Lauf
Unsterblich, wunderbar.

Auch im Gewand der Freundschaft zog
Die Liebe durch die Welt.
Wo edler Menschen Werth sie wog,
Da schlug sie auf ihr Zelt.

Und Eins ans Andre fest geschmiegt,
So wandelt Freund mit Freund,
Und diese Liebe überwiegt,
Wo trüb das Leben scheint.

Es hat dem jungen Menschenherz
Sich Liebe auch genaht,
Mit ihrer Lust, mit ihrem Schmerz
Gekreuzet seinen Pfad.

Sie sah die schönsten Blüthen auch
Aus ihrem Schritt ersteh'n,
Sie sah den jungen Frühlingshauch
Durch diese Herzen weh'n.

Doch immer weiter drang ihr Fuß,
Was auch ihr Werk vollbracht,
Sie hat mit ihrem wärmsten Gruß
Das Mutterherz bedacht.

Und wie sie darin eingekehrt,
Da ward erst offenbar,
Daß, was bis jetzt sie auch gelehrt,
Nur eitel Stückwerk war.

Denn aller Lieben Königin
Die Mutterliebe ist,
Ihr reiner, hoher Heldensinn
Ein Wunder in sich schließt.

Der Gottesfunken, der entfacht,
Wird heilig weiter glüh'n;
Sie hat die Sendung nun vollbracht,
Die ihr der Herr verlieh'n.


















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